Strohpressen bis zum Gehtnichtmehr

Unter „klassischem Strohpressen" verstehen wir das Pressen am Feld. Damit haben wir ausreichend Erfahrung. Bevor wir uns ab 2008 neben unserer klassischen Landwirtschaft mehr und mehr auf das Häckseln und Veredeln von Stroh spezialisiert haben, pressten wir Jahr für Jahr mehr Stroh am Feld.
Die Flotte am Feld
In Spitzenzeiten waren wir mit mehr als einem Dutzend Fahrzeugen gleichzeitig am Feld unterwegs. Das Herzstück unserer Flotte bildeten zu unseren Spitzenstrohpresszeiten (Anfang der 2000er) vier „Claas Quadrant 2200"-Pressen in Verbindung mit „Case Magnum"-Traktoren. Für den Abtransport setzten wir hauptsächlich auf MB-Tracs und Unimogs, von denen wir damals – und ehrlich gesagt bis heute – echte Fans waren. Schauen wir uns heute alte Fotos an, schlägt unser Herz höher.
Die Strohtriesten haben wir mit Manitou-Teleskopladern und Volvo-Radladern geschlichtet, zwei Marken, auf die wir bis heute in unserer Lader-Flotte setzen. Später ergänzten zwei Massey Ferguson 8480 und eine „Krone 4x4 HighSpeed"-Ballenpresse unsere Flotte am Feld. Ein weiteres Highlight dieser Zeit: unser eigens konstruierter Ballensammelwagen, der das Aufsammeln der Ballen maßgeblich erleichterte. Komplettiert wurde die Flotte durch Sonnenrad- und Kreiselschwader, einen Tankwagen zum Nachtanken der Fahrzeuge und den ein oder anderen PKW.
Quer durch drei Länder
Dabei war uns kaum ein Weg zu weit: Quer durch Ostösterreich, Ungarn und die Slowakei pressten wir Stroh. Mit unserer zugegeben sehr langen Traktor-Kolonne haben wir dabei sicher den ein oder anderen Autofahrer zur Weißglut gebracht – ein nachträgliches „Sorry" an dieser Stelle ;)
Stress, Folien und ein Hof voller Stroh
Insgesamt pressten wir so mehrere tausend Hektar pro Jahr. Das war mit sehr viel Stress verbunden – trotzdem möchten wir die Erfahrungen nicht missen. Unser Hof war damals vollgepackt mit Stroh, das wir in Folien einpackten, um es ganzjährig möglichst trocken und vor Regen geschützt anbieten zu können.
Der Wandel ab 2008
Seit 2008 pressten wir dann immer weniger Stroh am Feld und fokussierten uns stattdessen auf die Veredelung. Unsere Landwirtschaft betreiben wir aber bis heute – teils sogar noch mit den Geräten von damals. Denn wir waren und sind Bauern, und das wird sich auch nicht ändern!
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