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Von einer Idee zum Händlernetz in halb Europa

Von einer Idee zum Händlernetz in halb Europa

Ursprünglich haben wir ganz klassisch am Feld Stroh gepresst – wie das praktisch jeder Landwirt macht. Darin hatten (und haben) wir jede Menge Erfahrung und waren dabei auch in großem Stil unterwegs (mehr dazu in unserem Beitrag „Strohpressen bis zum Gehtnichtmehr").

Ab 2008 kam dann zusätzlich die Strohveredelung dazu. Am Anfang stand dabei eine einfache Idee: Wir wollten unser Stroh nicht einfach nur pressen und verkaufen, sondern weiterverarbeiten – zu einem Produkt, das Bauern wirklich etwas bringt. Mehr Komfort im Stall, weniger Aufwand beim Einstreuen, ein insgesamt besseres Erlebnis für die Landwirte, die jeden Tag damit arbeiten. Ein schöner Nebeneffekt: So konnten wir unseren Saisonarbeitern zumindest einen Teil des Jahres über eine durchgehende Beschäftigung bieten, statt sie nach der Ernte wieder ziehen lassen zu müssen.

Die Anfänge: staubig, laut und ziemlich riskant

Professionell war daran anfangs nicht viel. Von entstaubtem Stroh, wie wir es heute kennen, konnte damals noch keine Rede sein – im Gegenteil: Die ersten Jahre waren hochgradig staubig und, offen gesagt, auch ziemlich brandgefährlich. Wer selbst schon einmal in einer Staubwolke aus gehäckseltem Stroh gestanden ist, weiß, wovon wir sprechen. Es war eine Zeit des Ausprobierens, in der wir vor allem eines gelernt haben: dass es so, wie es war, nicht bleiben konnte.

Eigene Lösungen, weil es fertige nicht gab

Der nächste große Schritt war der Umstieg auf stationäre Pressen – ursprünglich aus der Papier- und Müllindustrie, wo ganz andere Materialien, aber ähnliche Anforderungen an Pressdichte und Durchsatz herrschen. Parallel dazu rückte das Thema Entstaubung immer stärker in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit der homogenen Halmstruktur wurde es über die Jahre zu unserem wichtigsten Produktmerkmal – zu dem, wofür Manz-Stroh heute steht.

Den Großteil unserer Produktionsanlage haben wir dabei selbst entwickelt und gebaut. Nicht aus Prinzip, sondern aus Notwendigkeit: Fertige Anlagen für staubfreies, gehäckseltes Stroh gibt es am Markt schlichtweg nicht – zumindest nicht in einer Form, die unseren Ansprüchen genügt hätte. Also haben wir selbst konstruiert, getestet, verworfen und wieder von vorne angefangen, bis es gepasst hat.

Gewachsen statt geplant

Diesen Prozess gibt es bis heute: Es verging kein Jahr, in dem wir nicht irgendwo an unserer Produktion gefeilt und sie verbessert haben. Unser Sortiment ist genauso gewachsen – Schritt für Schritt, nicht am Reißbrett geplant. Begonnen haben wir mit Feinstroh. Mit der Zeit kam Häckselstroh dazu, und einige Jahre später schließlich unsere mittlerweile sehr beliebte Produktvariante Premium, die heute unsere Qualitätsspitze darstellt. Und auch wenn wir stolz auf das sind, was daraus geworden ist: Die nächsten Produktvarianten sind bereits in Planung.

Warum wir auf Händler setzen, statt direkt zu verkaufen

Von Beginn an haben wir uns bewusst dagegen entschieden, unser Stroh direkt an Bauern zu verkaufen. Unsere Stärke sehen wir in der Produktion und in der Weiterentwicklung unserer Produkte – nicht im Vertrieb vor Ort. Deshalb verkaufen wir ausschließlich an Händler, die genau das deutlich besser können als wir.

Gestartet sind wir dabei rein in Österreich. Mit der Zeit kamen die Nachbarländer dazu, und mittlerweile beliefern wir über unsere Händler auch Kunden in mehr als 1.000 Kilometern Entfernung.

Gemeinsam mit unseren Händlern können wir so sicherstellen, dass jeder Bauer eine kompetente Ansprechperson vor Ort hat – jemanden, der die lokalen Gegebenheiten und Herausforderungen bestmöglich versteht. Außerdem bringen unsere Händler das Stroh direkt bis in den Stall der Bauern. All das wäre uns als reiner Erzeugerbetrieb nicht annähernd so gut möglich.

Was mit ein paar eigenen Feldern und dem Wunsch begonnen hat, Bauern das Leben etwas leichter zu machen, beliefert heute über unser Händlernetz Betriebe in halb Europa. Geblieben sind wir dabei das, was wir immer waren: ein Familienbetrieb, der von Stroh einfach nicht genug bekommt.