Vom Stall aufs Feld: Mist als Dünger

Im Stall hat die Einstreu ihren Job erledigt – aber ihre Geschichte ist damit noch nicht zu Ende. Als Mist landet sie auf dem Misthaufen oder in der Rotte und kommt später als Dünger zurück aufs Feld. Genau hier zeigt sich, ob man mit der richtigen Einstreu doppelt spart.
Was im Mist steckt
Stallmist besteht vorwiegend aus Kot und Harn der Tiere sowie aus der Einstreu. Wie viele Nährstoffe er enthält, hängt unter anderem von Ausgangsmaterial, Lagerung, Fütterung und Leistung der Tiere ab – regelmäßige Analysen sind deshalb empfehlenswert. Die Einstreu spielt dabei eine doppelte Rolle: Im Stall nimmt sie Feuchtigkeit auf, und später beeinflusst sie, wie der Mist verrottet: Art und Menge der Einstreu wirken sich auf Temperatur und Reifezeitpunkt der Rotte aus.
Warum gehäckseltes Stroh schnell verrottet
Unser Stroh ist mehrfach gehäckselt und zerfasert. Die kurzen, aufgebrochenen Halme bieten Mikroorganismen viel Angriffsfläche, deshalb verrottet das Stroh sehr schnell und lässt sich gut kompostieren. Bei Landwirten ist benutztes Manz-Stroh deshalb besonders beliebt: Es lässt sich einfach und unkompliziert als Dünger verwenden.
Kompostierter Mist verbessert den Boden
Gut kompostierter Stallmist hat laut AGES ein günstiges Humusnachlieferungspotenzial und stabilisiert die Bodenstruktur. Er bringt also nicht nur Nährstoffe auf den Acker, sondern verbessert auch den Boden selbst.
Das Plus für den Geldbeutel
Wer den eigenen Mist aufs Feld bringt, kann sich einen Teil des zugekauften Düngers sparen. Mit schnell verrottendem Stroh gelingt das einfach und ohne großen Aufwand – die Einstreu zahlt sich so gleich zweimal aus: im Stall und auf dem Feld.
Und bei Hobelspänen?
Bei Hobelspänen sieht es anders aus: Sie kompostieren nur sehr langsam, sorgen häufig für eine Versauerung des Bodens und sind außerdem nicht für Biogasanlagen geeignet. Mist auf Hobelspänebasis wird deshalb von Bauern oft gar nicht angenommen und muss dann teuer entsorgt werden. Auch das C/N-Verhältnis zeigt den Unterschied: Weizenstroh liegt laut AGES bei etwa 100:1, holzige Einstreu wie Sägemehl bei etwa 500:1.
Tipps für den Weg vom Stall aufs Feld
Ein paar einfache Grundregeln helfen, aus dem Mist das Beste herauszuholen:
- Mist regelmäßig analysieren lassen: So lässt sich die Düngung genau planen.
- Stapelmist nicht höher als 2 Meter aufschichten.
- Rotte im Blick behalten: Art und Menge der Einstreu beeinflussen Temperatur und Reife.
- Vorgaben zum Ausbringen beachten: Sperrfristen und Auflagen gelten je nach Land und Betrieb – im Zweifel bei der Landwirtschaftskammer nachfragen.
Fazit
Die Einstreu endet nicht im Stall: Mit schnell verrottendem Stroh wird aus dem Mist ein einfacher, beliebter Dünger – und aus der Einstreu ein Kreislauf, der sich für den Betrieb doppelt lohnt.
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