Staub im Stall: Warum entstaubtes Stroh Tier und Mensch schont

Wer schon einmal einen Strohballen aufgeschnitten hat, kennt die Wolke: Staub steigt auf, legt sich auf alles und landet am Ende in der Lunge. Bei den Tieren im Stall genauso wie bei den Menschen, die dort jeden Tag arbeiten. Genau hier setzen wir an.
Woher der Staub kommt
Stroh ist ein Naturprodukt. Beim Dreschen, Pressen und Transport reiben die Halme aneinander, dazu kommen Erde, Pflanzenreste und feiner Abrieb vom Feld. Je trockener und brüchiger das Stroh, desto mehr davon steckt im Ballen. Auch beim Häckseln entsteht zusätzlicher Staub – deshalb entstauben wir direkt in der Produktion.
Warum Staub im Stall ein Problem ist
Feiner Staub reizt die Atemwege. In geschlossenen Ställen atmen Tiere ihn den ganzen Tag ein, und auch Landwirte bekommen ihn beim Einstreuen und Ausmisten ab. Eine staubarme Einstreu ist deshalb für viele Betriebe ein wichtiger Baustein für ein gesundes Stallklima.
Das gilt auch für den Menschen: Landwirte sind bei der Arbeit ständig Stäuben ausgesetzt. Staub transportiert Keime und Allergene, und je feiner er ist und je länger die Belastung dauert, desto größer ist die Gefahr für die Lunge. Zu den typischen Erkrankungen zählen laut agrarheute:
- Chronische Bronchitis, die häufigste Atemwegserkrankung unter Landwirten
- Bronchialasthma durch anhaltenden Kontakt mit reizenden Stäuben
- Farmerlunge, eine allergische Reaktion auf Schimmelpilzsporen und Bakterien, etwa in feuchtem Heu, Stroh oder Silage
- Drescherfieber (ODTS), ausgelöst durch bakterielle Endotoxine im Staub
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zählt Atemwegserkrankungen zu den häufigsten Berufskrankheiten in der Landwirtschaft. Futtermittel und Einstreu sind laut SVLFG häufig die Hauptquellen für Staub im Stall. Besonders problematisch ist ganz feiner Staub: Er schwebt viele Stunden in der Luft und dringt bis in die Lungenbläschen vor. Je länger und intensiver die Belastung, desto größer das Risiko. Schimmelpilze und Bakterien entwickeln sich zudem bevorzugt unter feuchten Bedingungen im Heu, Stroh oder in der Silage – ein weiterer Grund, Stroh trocken zu lagern.
Und für Milchkühe?
Bei Milchkühen kommt etwas dazu: Staub und Schmutz im Stall können Keime bis in den Melkbereich tragen und damit die Milchqualität belasten. Weniger Staub in der Einstreu ist deshalb für Milchviehbetriebe auch eine Frage der Hygiene.
Dazu passt eine Empfehlung der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope (damals ALP) für die Produktion von Käsereimilch: Um die Milch möglichst arm an Buttersäurebakterien zu halten, soll die Bildung von Staub und Kotspritzern vor und während des Melkens vermieden werden. Die Keime gelangen laut Merkblatt erst beim Melken in die Milch, etwa über Kotpartikel, Gegenstände oder Oberflächen. Schon ein paar Dutzend Sporen pro Liter können in Hart- und Halbhartkäse wie Gruyère oder Emmentaler zu Fehlgärungen führen. Auch die Sauberkeit von Vieh, Liegeflächen und Stallungen nennt das Merkblatt als gute Basis.
Was wir aus dem Stroh herausnehmen
Je nach Sorte und Rohmaterial entziehen wir dem Stroh bis zu 15 % Staub. Das sind je Ballen 50 bis 100 Kilogramm, die es gar nicht erst in den Ballen schaffen und damit auch nicht in euren Stall. Dafür setzen wir nicht auf ein einziges Verfahren, sondern auf mehrere Methoden, die sich ergänzen – das Stroh ist bis zu 7-fach entstaubt. Einige dieser Verfahren haben wir selbst entwickelt, aufbauend auf unseren Erfahrungen, und seither Schritt für Schritt verfeinert.
Das Merkblatt der österreichischen Unfallversicherung AUVA zur Evaluierung von Staub am Arbeitsplatz nennt eine klare Reihenfolge: Zuerst wird geprüft, ob sich der staubende Arbeitsstoff ersetzen lässt, etwa durch eine staubfreie Alternative. Erst danach folgen weitere Schutzmaßnahmen (STOP-Prinzip). Übertragen auf die Einstreu heißt das: Wer Staub vermeiden will, setzt am besten gleich am Stroh an.
Welche Sorte passt?
Je nach Betrieb und Tierart passt eine andere Sorte:
- Häckselstroh: bereits sehr gut entstaubt, der bewährte Einstieg.
- Feinstroh: gleich gute Entstaubung, dafür kürzere Halme und noch mehr Saugkraft.
- Feinstroh Premium: unser staubärmstes Stroh mit dem geringsten Staubgehalt im Sortiment.
Für wen sich besonders staubarmes Stroh lohnt
Besonders staubarmes Stroh lohnt sich vor allem für:
- Empfindliche Tiere
- Ställe, in denen Staub bereits ein Thema ist
- Landwirte, die selbst empfindlich auf Stallstaub reagieren
Was unsere Kunden sagen
„Deutlich staubärmer, extrem saugfähig und eine gleichbleibend exakte Halmlänge – im Vergleich zu normalem Feldhäckselstroh ein riesiger Qualitätsunterschied für unsere Boxen.“ – Pascal D. (Pferdehof)
„Wegen chronischer Atemwegsprobleme durch Stallstaub stand ich kurz davor aufzugeben. Die entstaubte Premium-Qualität hat das Stallklima komplett verändert – für mich als Landwirt eine enorme Erleichterung.“ – Alexander M. (Milchviehbetrieb)
Fazit
Weniger Staub im Stroh heißt weniger Staub in der Luft, im Stall und in der Lunge. Welche Sorte zu deinem Betrieb passt, besprichst du am besten mit deinem Händler vor Ort.
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